Wasserschloss
 
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Wasserschloss Culmitzsch
Restaurierung des Wasserschlosses
Das "Culmitzscher Wasserschloss" als Modell
 
 

Wasserschloss

 

 

 

 

 

 

 

Historisches Wasserschloss um 1900
 
 
   
 
Das Wasserschloss zu Culmitzsch geht in seiner Haupterscheinung auf die 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. Es war von 1360 bis 1785 in den Besitztümern der Herrn von Wolffersdorff.
1935 wurde der Turm des Wasserschlosses bis zum 2. Obergeschoss abgetragen und neu aufgebaut, da er sich zur Seite geneigt hatte und durch die Witterung baufällig geworden war. Im Schloss waren bis 1968 der Kindergarten, das Gemeindeamt, eine Außenstelle der Sparkasse, ein Arztsprechzimmer und einige Wohnungen untergebracht.
Große Bemühungen von einigen Museen, des Amtes für Denkmalpflege, des Aktives „Denkmalpflege“ des Kreises usw., dass unter Denkmalschutz stehende Wasserschloss, welches das einzige in dieser Art sei, nicht abzureisen, sind fehlgeschlagen.
In dem Beschluss des Ministerrates der DDR von 1965 wurde unwiderruflich festlegt, dass der gesamte Ort geräumt werden muss.
Und somit wurde Ende 1969 der Turm abgerissen und die Sprengung des restlichen Gebäudes erfolgte im Januar 1970.
 
     
 
 
Schloss im Jahre 2000
 
 
 
 
 
letzte Reste des alten Wassergrabens um das Schloss
 
     
 
 

Restaurierung des Schlossturmes im Jahre 1935

Auszug aus den Heimatglocken Oktober - Dezember 1935 und Februar 1936 der Kirchgemeinde Culmitzsch

. . . Nachdem vor zwei Jahren das Dach des Kirchturmes von Culmitzsch neu gedeckt wurde, macht sich jetzt an dem anderen Wahrzeichen von Culmitzsch eine größere Reparatur nötig. Der Schlossturm ist baufällig geworden. . .

Er wird zu einem großen Teil abgerissen und wieder aufgebaut. Und dies ist sehr zu begrüßen. Solch ein altes geschichtliches Kulturgut darf nicht verfallen. Die Witterungseinflüsse im Laufe der Jahrhunderte haben sich bemerkbar gemacht. Die Bauleitung hat Herr Baumeister Kurt Krauthahn von Culmitzsch. Eine ungeheure Arbeit hat er geleistet, bis endlich die Entscheidung der Turmreparatur eintraf. Kostenanschläge und Zeichnungen waren nötig, Ausmessungen bis ins kleinste mußten gemacht werden. Möge daher die schwere Vorarbeit damit belohnt werden, dass der Bau recht gut verlaufen möge und einen würdigen Abschluss finde . . .

. . . der jetzige Turmbau geht rüstig vorwärts. Hoffentlich bleibt das Wetter noch günstig, damit mit Ablauf des Jahres die Arbeiten beendet sind. Die Zimmerarbeiten leistet Herr Zimmermeister Müller – Großkundorf, während die Dachdeckerarbeiten in den Händen von den Dachdeckermeistern Lenk – Waltersdorf und Schier – Braunichswalde liegen. Die Maurerarbeiten versieht Herr Baumeister Krauthahn – Culmitzsch. . .

 

. . . Ende November war der Schlossturm wieder soweit aufgebaut, dass das Richtfest gefeiert werden konnte. Es war eine erhebliche Feierstunde. Alte Sitten und Bräuche der Handwerkerzünfte wurden bei dem anschließenden geselligen Beisammensein auf der “Mücke” (Gasthaus Mücke) gezeigt. Es wird nicht mehr lange Zeit dauern und Culmitzsch hat wieder sein zweites Wahrzeichen, den Schlossturm. Dass aber die Arbeiten am Schlossturm so schnell vorwärts gehen konnten, das verdanken wir allein unseren Gott, der so günstiges Wetter gegeben hat. Denn das Wetter spielt bei jeder Arbeit im Freien die größte Rolle und ist Vorbedingung für gutes Gelingen der Arbeit. Die Herren von der Bauverwaltung, sowie Herr Baumeister Krauthahn und Herr Zimmermeister Müller können dankbar und froh sein über den Fortschritt der Arbeit. . .

 
 
 
Richtfest November 1935
Quelle: R. Richter
 

. . . Februar 1936 - das andere Wahrzeichen von Culmitzsch – der Schlossturm ist nun bis auf den Abputz auch wieder hergestellt. Allerdings hat er ein etwas anderes Aussehen erhalten. Bis auf die Hälfte ist er mit Schiefer versehen. An diesen Anblick wird man sich auch gewöhnen. Jedenfalls wollen wir uns freuen, dass es gelungen ist, ein geschichtliches Denkmal zu erhalten. . .

 
 
 
 
 
 
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